Wandelnde Blätter im Netz

Zur Biologie von Phyllium siccifolium (Philippinen):

 

Stellung im Tierreich:

Klasse:              Insecta (Kerbtiere)

Ordnung:         Phasmatodea (Gespenstschrecken)

Familie:             Phylliidae (Wandelnde Blätter)

Gattung:           Phyllium

Art:                  Phyllium siccifolium (Philippinen)

WICHTIGE ANMERKUNG:

Bis vor kurzem war es in der Fachwelt nicht eindeutig geklärt, ob es sich bei der lokalen Variation von Phyllium siccifolium (locus typicus: Philippinen), um eine eigenständige Art handelt, die als Phyllium philippinicum bezeichnet wird. Mittlerweile konnte Detlef Größer zeigen, dass es sich bei Phyllium philippinicum lediglich um einen Hybriden zwischen Phyllium siccifolium und einem noch nicht näher bestimmten Vertreter der Gattung Phyllium handelt. Somit ist Phyllium philippinicum keine eigenständige Art!

Sämtliche Fotoaufnahmen auf dieser Internetseite zeigen Phyllium siccifolium von den Philippinen!

Im übrigen ist externe Mithilfe zur Optimierung dieser Website erwünscht!

Trotz häufigen Revisionen in der Fachwelt basieren die hier getätigten Angaben auf soliden Erfahrungen in Haltung und Pflege bzw. auf ausgiebiger Recherche in der einschlägigen Fachliteratur.

Hier besonders zu erwähnen ist folgendes Werk:

Größer, Detlef (2008): Wandelnde Blätter. - Edition Chimaira. Frankfurt am Main

 

Zur Biologie dieser Tiere:

Wandelnde Blätter sind phytophage (Blätter fressende) Landinsekten, die in den tropischen und subtropischen Gebieten Südostasiens beheimatet sind. Die Wandelnden Blätter zählen, neben den Stabheuschrecken, zu den Gespenstschrecken (Phasmatodea; griechisch: phasma = Gespenst). Diese zoologische Ordnung beinhaltet über 3000 Arten und ist von den bei uns heimischen singenden Heuschrecken (Orthoptera) und den Fangschrecken (Mantodea) abzugrenzen.

Wandelnde Blätter faszinieren durch ihre besonders ausgeprägte Tarnung, der Nachahmung (Mimese) von Blättern, sowohl in ihrer Gestalt (Morphologie) als auch in ihrem Verhalten. Der Betrachter erkennt oft nicht mal aus nächster Nähe, dass es sich bei besagtem Wesen um ein lebendiges Insekt handelt, welches sich von Pflanzen ernährt.

Insgesamt sind über 40 verschiedene Wandelnde Blätter beschrieben, vermutlich kommen aber weitaus mehr Arten im Dschungel vor. In der Tat ist das Auffinden dieser Insekten nicht sehr einfach.

Hinsichtlich ihrer unvollständigen Entwicklung (Hemimetabolie) weisen Wandelnde Blätter die Entwicklungsstadien Ei – Nymphe (Larve) – Imago (erwachsenes Tier) auf. Die Nymphenphase ist gekennzeichnet durch das Wachstum des Insekts und dem damit einhergehenden Abstreifen des für Insekten typischen Außenskeletts. Diese Außenhäute (Exuvien) können bei genauer Betrachtung am Blattwerk in einem Insektarium gefunden werden und dienen als Anschauung für Größenwachstum, Entwicklung und Körperbau.

Die erwachsenen Tiere (Imagines) sind geschlechtsreif. Die Weibchen mancher Arten (z.B. Phyllium giganteum und Phyllium bioculatum) sind fähig, auch ohne Geschlechtspartner Nachwuchs zu zeugen. Diese Besonderheit wird als Jungfernzeugung (Parthenogenese) bezeichnet. Die Ablage der Eier erfolgt durch „Schleuderung“: Das Ei wird am Abdomen fixiert und durch eine ruckartige Bewegung wegkatapultiert. Die Eier sind meist in unscheinbarem braun gehalten und am Urwaldboden kaum aufzufinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier können Sie kostenlos eine kommentierte Bilderserie von Michael Freund downloaden:

 

Wandelnde Blätter - Eine Bilderserie am Beispiel der Art Phyllium siccifolium.pdf
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